Was Rajan mit seinen Händen erschaffen kann
In einer Werkstatt im Kathmandu-Tal gießt ein Kunsthandwerker geschmolzenes Kupfer in eine Wachsform, die er selbst einige Stunden zuvor um eine Form herum geschnitzt hat, die er in- und auswendig kennt: Shakyamuni, sitzend, eine Hand den Boden berührend.
Nennen wir ihn Rajan. Es ist kein Name, den Sie auf einer Plakette finden werden: Er ist einer von Dutzenden Kunsthandwerkern, die in diesem Tal arbeiten, wo das Wachsausschmelzverfahren für Kupfer seit über tausend Jahren weitergegeben wird. Aber die Geste, die er macht, ist real, und genau davon erzählen wir Ihnen.
Rajan hat dieses Handwerk so gelernt wie alle vor ihm: erst durch Beobachten, dann durch Scheitern, dann durch den erneuten Anfang. Das Wachsausschmelzverfahren verzeiht keine Abkürzungen. Man schnitzt die Form in Wachs, überzieht sie mit Ton, erhitzt sie, bis das Wachs schmilzt und entweicht, daher der Name, und eine exakte hohle Form hinterlässt. Dann gießt man das geschmolzene Kupfer hinein und wartet. Es gibt keine zweite Chance: Wenn die Form bricht, ist das Stück verloren, ebenso wie Stunden an Arbeit.
Sobald die Statue aus der Form kommt, noch roh, nimmt Rajan sie in die Hand. Er poliert sie mit Tuch und Hitze, um diesen warmen, gealterten Kupferglanz hervorzuheben. Dann trägt er mit einem kleinen Werkzeug eine kalte Patina in die Vertiefungen auf: die Falten des Gewandes, den Sockel des Throns, damit das Licht dort gefangen bleibt und die Form tiefer wirkt, als sie tatsächlich ist. Es ist kein nachträglich hinzugefügter Effekt. Er gehört zum selben Handwerk wie der Guss selbst.
Die Haltung, die er formt, hat einen präzisen Namen: bhumisparsha, die erdberührende Geste. Eine Hand berührt den Boden, um das gerade Erreichte zu bekräftigen; die andere ruht offen auf dem Knie, ohne dass etwas bewiesen werden muss. Es ist die bekannteste Form des historischen Buddha in allen buddhistischen Schulen, aber Sie müssen den Namen nicht kennen, um zu erkennen, was sie Ihnen vermitteln will: jemanden, der aufgehört hat zu suchen.
Sie müssen die Praxis nicht teilen, um zu spüren, was diese Haltung vermittelt. Viele Menschen bewahren eine solche Statue auf, ohne sie als Gegenstand der Verehrung zu betrachten, einfach als eine Präsenz im Regal, die daran erinnert, dass es möglich ist, irgendwo anzukommen.

Jede Statue ist in zwei Größen erhältlich, etwa 12-15cm und 25-30cm, und wird in einem Baumwollbeutel geliefert. Ein trockenes Tuch hin und wieder ist die einzige Pflege, die sie benötigt: kein Wasser, keine Produkte, nur die Zeit, die die Arbeit fortsetzt, die Kupfer ohnehin schon immer von selbst geleistet hat.






